24.11.2011

Was will die Task Force?

Die Task Force Wald + Holz + Energie (TF WHE) setzt sich ein für eine bessere inländische Versorgung mit dem Rohstoff Holz, insbesondere mit Nadelholz. Deshalb will sie mit den Mitteln der Kommunikation

  • die Rohstoffmobilisierung verbessern und die Nutzfunktion des Waldes stärken; 
  • Einfluss nehmen auf die Rahmenbedingungen, die einer nachhaltigen Nutzung des Schweizer Waldes zuwider laufen. 

Die TF WHE bekennt sich dabei zur Kaskadennutzung von Holz. Danach soll der Rohstoff zuerst mit maximaler Wertschöpfung als Werk- und Baustoff und am Ende seines Lebenszyklus als Energieträger genutzt werden.

Heute ist das Rundholzangebot in der Schweiz auf ein tiefes Niveau gesunken, insbesondere bei der Fichte. Massgebend hierfür verantwortlich sind sowohl die Ernteintensität, als auch die schwindenden bewirtschafteten Waldflächen: In keinem anderen Land werden Reservate, Sonderwaldstandorte und Laubholz derart zu Ungunsten des nachgefragten Nadelholzes gefördert.

Der Wald produziert mehr als nur Holz – er erbringt für die gesamte Bevölkerung weitere wichtige Leistungen wie Schutz, Naturschutz und Erholung. Zurzeit widerspricht jedoch die massive Übergewichtung der Naturschutz-Funktion des Waldes zu Lasten der Holznutzung den Bedürfnissen der Rohholzverbraucher sowie den ökologischen Erfordernissen.

Fakt 1: Nutzung rückläufig
Im Schweizer Wald wird weniger Holz geschlagen. Verglichen mit 2007 lag die Holzernte beim Nadelstammholz 2010 beispielsweise im Kanton Thurgau lediglich bei 50 Prozent, in Zürich bei 61 Prozent, in Luzern bei 64 Prozent und in den Kantonen Bern, Neuenburg und Freiburg bei je 80 Prozent. Im Verlauf der letzten Jahre waren die Erntemengen gesamtschweizerisch rückläufig – trotz gestiegener Preise.


Fakt 2: Hohe Holzvorräte
 
Das Holznutzungspotenzial des Schweizer Waldes wird nicht ausgeschöpft. Angesichts der grossen Holzvorräte kann gar während Jahren mehr Holz genutzt werden als nachwächst.

  • Selbst ohne sinnvolle Reduktion der Vorräte sollten in den nächsten 20 Jahren 3,4 Mio. m3 Nadelstammholz pro Jahr genutzt werden (siehe Potenzial A). 
  • Für einen langfristig hohen Zuwachs ist zunächst ein Vorratsabbau nötig; über die nächsten 20 Jahre ergäbe das sogar ein Potenzial von 4,4 Mio. m3 Nadelstammholz pro Jahr (siehe Potenzial B). Im Vergleich zur tatsächlichen Nutzung sind Steigerungen um 25 bis 60 Prozent möglich und sinnvoll.

Fakt 3: Nutzung ist der beste Schutz
Ohne ökonomisch motivierte Nutzung gibt es keine ökologische Nutzung des Rohstoffs Holz. Eine angemessene Nutzung steht nicht im Widerspruch zu den übrigen Funktionen des Waldes, wie Naturschutz, Schutz und Erholung. Die CO2?Bilanz von Holzprodukten ist äussert gut, weil

  • der Wald beim Aufbau der Holzmasse der Atmosphäre CO2 entzieht und Kohlenstoff speichert; 
  • die Kohlenstoff?Speicherung in den Holzprodukten über Jahre bis Jahrzehnte erhalten bleibt; 
  • die Holzprodukte an Stelle von weniger ökologischen Materialien eingesetzt werden; 
  • die Holzprodukte am Ende der stofflichen Nutzung noch CO2-neutral energetisch genutzt werden können. 

Indem man Holz als Werkstoff einsetzt und danach energetisch nutzt, werden pro m3 rund 1'300 kg CO2-Emissionen eingespart. Lässt man das Holz im Wald liegen, bleibt diese Wirkung aus.

Was tut die Task Force?
Basierend auf grundsätzlichen, konzeptionellen Überlegungen zielen die Kommunikationsmassnahmen der TF WHE primär ab auf

  • eine bessere Rohstoffmobilisierung sowie auf
  • die Beeinflussung von Rahmenbedingungen, welche einer nachhaltigen Nutzung des Schweizer Waldes zuwider laufen. Dabei setzt die TF WHE gegenüber den relevanten Zielgruppen auf das gesamte Spektrum der Kommunikationsmassnahmen, schwergewichtig jedoch auf:
  • Plattformen, welche den Dialog ermöglichen, wie Einzelgespräche und Tagungen;
  • Medienarbeit;
  • eine TF-WHE-eigene Website.

Wer gehört der Task Force an? 
Die TF WHE unter dem Vorsitz von Nationalrat Jean-François Rime, Präsident von Holzindustrie Schweiz, gehören sowohl Verbände (Holzindustrie Schweiz und Holzenergie Schweiz) als auch Unternehmen (Pavatex SA, Kronospan Schweiz AG, Perlen Papier AG, Utzenstorf Papier, Holliger Paletten Logistik AG, Axpo Holz + Energie AG, AEK Energie AG) aus dem Holz- und Energiesektor an.

Die inländischen Rohholzverbraucher kaufen und verarbeiten rund 90 Prozent des Holzes aus dem Schweizer Wald. Das sind rund 4,4 Mio. m3 feste Holzmasse pro Jahr. Sie sind damit der Motor der Waldbewirtschaftung überhaupt. Zudem verarbeiten sie über 300'000 m3 Flurholz, welches bei der Pflege von Böschungen und Bachgehölzen anfällt. Neben dem frischen Holz verarbeiten die Rohholzverbraucher auch 700'000 m³ Altholz und 1,5 Mio. m3 Altpapier (ca. 1,5 Mio. t). Die Rohholzverbraucher sichern die Arbeitsplätze von zirka 7'000 Mitarbeitenden.

Die Rohholzverbraucher sind die Drehscheibe der Kuppelwirt-
schaft «Wald und Holz», bei der auf jeder Stufe die anfallenden Haupt? und Nebenprodukte die Ausgangsprodukte für die nächste Verarbeitungsstufe darstellen. So fallen in den Säge-
werken bei der Verarbeitung und Veredelung des konischen Rundholzes in parallele Schnittholzprodukte wertvolle Sek-
undärrohstoffe wie Rinde (ca. 400'000 m3 pro Jahr) und Restholz (ca. 1 Mio. m3 pro Jahr; Hackschnitzel, Schwarten/
Spreissel, Säge- und Hobelspäne).

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