20.08.2015

Wald+Holz: Deutliche Spuren der Frankenstärke

Sieben Monate nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses haben die Schweizer Hersteller von Schnittholz, Holzwerkstoffen, Papier und Pellets die Auswirkungen der Frankenaufwertung analysiert. Die befürchteten Umsatzeinbussen sind eingetreten und die weitere Entwicklung bleibt mit vielen Fragezeichen behaftet. Die Käufer von Rohholz – und damit die eigentlichen Motoren für die Nutzung und Pflege des Schweizer Waldes - haben einen schweren Stand.

Die wichtigste Massnahme zur Abfederung der Nachteile des im Januar hochgeschnellten Frankens war die Senkung der Beschaffungspreise für Holz aus dem Wald und Restholz aus den Sägewerken. Damit haben die Waldbesitzer und die Rohholzverarbeiter gemeinsam einen grossen Beitrag zur Verteidigung der Marktanteile von Schweizer Holz geleistet.

Die wirtschaftliche Situation der in der Task Force Wald + Holz + Energie vereinigten Rohholzverarbeiter bleibt jedoch sehr angespannt. Importprodukte sind im Januar postwendend um mehr als 10% billiger geworden. Dieser Preisdruck hat bei den Schweizer Produzenten zu Preissenkungen geführt und sich negativ auf den Binnenabsatz ausgewirkt. Exportierende Werke sind zusätzlich mit Währungseffekten konfrontiert. Alle Produzenten mit inländischer Wertschöpfung mussten Umsatzeinbussen hinnehmen. Teilweise fallen diese sogar höher aus als die im Frühjahr befürchteten 10%.

Zur Bewältigung der herausfordernden Lage setzen die rohholzverarbeitenden Betriebe laufend Optimierungsmassnahmen um und investieren in Rationalisierungen und Innovationen. Sie streben Produktionsmengen auf Vorjahresniveau an und sind deshalb weiterhin auf eine zuverlässige Holzversorgung angewiesen. Die ausreichende Bereitstellung von Nadelrundholz ermöglicht nicht nur den Erhalt von Marktanteilen von Schweizer Holz im Holzbau, auch alle übrigen Verwendungen profitieren von einem guten Rohholz-Angebot. Die Verarbeiter appellieren an die Waldbesitzer, sie auch in der kommenden Holzschlagsaison bedarfsgerecht mit Rundholz zu beliefern.

Zur Entlastung der Waldbesitzer sollen vermehrt Seilkran- und Pflegebeiträge ausgerichtet werden – die Mitglieder der Task Force appellieren an BAFU und die Kantone, diesbezüglich alle Spielräume zu Gunsten der Holzernte zu nutzen. Sie begrüssen und unterstützen die Anstrengungen, die zur Förderung der Verwendung von Schweizer Holz unternommen werden.

Die Konsumenten können mit der Wahl von Produkten und Pellets aus Schweizer Holz einen wichtigen Beitrag leisten zum Fortbestand einer inländischen Rohholzverarbeitung, die bis jetzt keine Produktionskapazitäten abzubauen oder ins Ausland zu verlagern beabsichtigt.

Auf der politischen Ebene wird sich die Task Force weiterhin für eine Entlastung bei den Transportkosten einsetzen, insbesondere durch die Erhöhung des Gesamtgewichts von Rundholztransporten und die Senkung der LSVA.

Auskunft:

Thomas Lädrach, Präsident Task Force Wald + Holz + Energie, 079 350 09 65

Hansruedi Streiff, Direktor Holzindustrie Schweiz, 079 667 12 53

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