05.02.2016

Konstanter Rohholzbedarf 2016: Rohholzverbraucher verhalten optimistisch

An der gemeinsamen Lagebeurteilung kam klar zum Ausdruck, dass 2015 als schlechtes Jahr in die Firmengeschichte der Hersteller von Schnittholz, Holzwerkstoffen, Papier, Pellets, Wärme und Strom aus Schweizer Holz eingeht: Die Aufwertung des Schweizer Frankens hat die Preise negativ beeinflusst und zu Umsatzeinbussen geführt. Die Absatzmengen wurden jedoch auf dem 2014er-Niveau gehalten. Für 2016 sind erneut dieselben Produktionsmengen an Papier, Holzwerkstoffen und Schnittholz geplant – der Energiebereich wird zusätzlich durch den zuletzt sehr tiefen Ölpreis und den bislang zu milden Winter herausgefordert.

Die wichtigste Massnahme zur Abfederung der Nachteile des im Januar 2015 hochgeschnellten Frankenkurses war die Senkung der Beschaffungspreise für Holz aus dem Wald und Restholz aus den Sägewerken. Damit haben die Waldbesitzer und die Rohholzverarbeiter gemeinsam einen grossen Beitrag zur Verteidigung der Marktanteile von Schweizer Holz geleistet. Die Rohholzverarbeiter haben auch viele betriebliche Sparmassnahmen eingeführt und bis auf weiteres beibehalten

Die Task Force Wald + Holz + Energie ist enttäuscht über den geringen Erfolg der politischen Vorstösse zur Abfederung der Franken-Nachteile. Die Transportkosten sind aktuell zu nachteilig für Schweizer Produzenten und bedürfen weiterhin einer Entlastung. Hinsichtlich der forstlichen Infrastruktur und der Absatzförderung von Schweizer Holz ruhen die Hoffnungen auf dem Nationalrat in der anstehenden Differenzbereinigung zum Waldgesetz. Wichtig ist auch, dass Bund und Kantone ihre Forstbudgets auf die Waldbewirtschaftung konzentrieren, unter anderem mit Seilkranbeiträgen.

Die Absatzmärkte für Papier, Holzwerkstoffe und Schnittholz sind mengenmässig intakt, bleiben aber preislich eine Herausforderung. Die Werke planen dennoch Produktionszahlen wie 2014/15.
Für den ganzen Energiesektor sind Prognosen schwieriger, weil der Verbrauch stark vom weiteren Winterverlauf abhängt. Der sehr tiefe Ölpreis benachteiligt das Holz in kombinierten Feuerungen, und er stellt momentan geplante Feuerungen und Fernwärmeprojekte in Frage.

Damit wiederum gut 6,2 Mio m3 Festmasse Rohholz mit einem möglichst hohen Anteil Schweizer Holz in die Verarbeitung fliessen können, darf die Holzernte nicht nachlassen. Die Holzerntekapazitäten sind da, und der Durchforstungs-/Verjüngungsbedarf auch. Trotz einigen Absatzschwierigkeiten mit bekannten Problemsortimenten (Starkholz geringer Qualität, Buche) und vorhandenen Vorräten an Energieholz ist der Frischholzbedarf der Werke gross. Damit die infolge Frankenstärke grösser gewordenen Kostendeckungsprobleme in einzelnen Holzschlägen nicht zum Nutzungsverzicht führen, sind im Wald Anreize für Infrastruktur und Ernte wichtig, bzw darauf fokussierte forstliche Förderungen. Die Task Force steht diesbezüglich in engem Kontakt mit den Waldeigentümern.

Auskunft:

Hansruedi Streiff, Geschäftsführer Task Force WHE, 031 350 89 89

 

Rohholzverbrauch Schweizer Werke 2015

Nur Frischholz, Inland + Import

 

 

m3 fest

Sägewerke

 

1‘900‘000

Plattenwerke

Kronospan, Pavatex

935‘000

Papierfabriken

Perlen, Utzenstorf

335‘000

Holzenergie

Pelletswerke

Holzheizkraftwerke

Thermische Wärmeverbünde

KVA

3‘000‘000

Total Frischholz

 

6‘170‘000

 

Themen und Positionen auf www.taskforceholz.ch

Die Task Force Wald + Holz + Energie (TF WHE) vereinigt auf Verbands- und Unternehmensebene die Schweizer Rohstoffverbraucher aus dem Holz- und Energiesektor. Der Task Force gehören die Verbände Holzindustrie Schweiz, Holzenergie Schweiz und Forstunternehmer Schweiz an sowie die Unternehmen AEK Energie AG, Axpo Holz + Energie AG, Despond SA, Holzwerk Lehmann AG, Kronospan Schweiz AG, Otto Lädrach AG, Papierfabrik Utzenstorf AG, Pavatex SA, Perlen Papier AG und Schilliger Holz AG.

Allen Mitgliedern der TF WHE gemeinsam ist die Abhängigkeit vom Schweizer Wald und von dessen Rohstoff-Verfügbarkeit.

Mit den Mitteln der Kommunikation setzt sich die TF WHE für eine bessere inländische Versorgung mit dem Rohstoff Holz, insbesondere mit Nadelholz, ein. Sie will:

  • die Rohstoffmobilisierung verbessern;
  • die Nutzfunktion des Waldes stärken;
  • Einfluss nehmen auf die aktuellen politischen Rahmenbedingungen, die einer nachhaltigen Nutzung des Schweizer Waldes zuwider laufen.

Einen umfassenden Einblick in die Themengebiete Wald + Holz + Energie sowie in die gemeinsamen Positionen der Mitglieder der TF WHE finden Sie ab sofort auf der neu lancierten Website www.taskforceholz.ch.

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