31.01.2013

Ja zur Energiestrategie 2050 – Nein zur Biodiversitätsstrategie

Die Task Force Wald + Holz + Energie steht der Energiestrategie 2050 des Bundes grundsätzlich positiv gegenüber, verbindet ihre Zustimmung jedoch mit einigen wichtigen Forderungen an den Bund. Die in der Task Force vereinigten Rohholzverbraucher aus dem Holz- und Energiesektor, welche bereits heute als Musterbeispiel für die «Grüne Wirtschaft» gelten und künftig noch wesentlichere Beiträge zur Erreichung der Klima- und Energieziele der Schweiz leisten, werden es nicht akzeptieren, dass sie durch die geplante Biodiversitätsstrategie des Bundes im Wald massiv behindert werden.

Die Zustimmung der Task Force Wald + Holz + Energie (TF WHE) zur Energiestrategie 2050 des Bundes ist nicht selbstverständlich, insbesondere auch, weil die Holzverarbeitung sehr stromintensiv ist und weil die Holzenergieförderung den Holzeinkauf der übrigen Holzverbraucher nicht derart verteuern soll, dass deren internationale Wettbewerbsfähigkeit leidet und die Kaskadennutzung unterlaufen wird. Ihre grundsätzliche Zustimmung zur Energiestrategie 2050 verbindet die TF WHE daher mit folgenden Forderungen:

  1. Die Energiestrategie 2050 ist mit der Wald- und Holzpolitik des Bundes zu verknüpfen, insbesondere mit der Ressourcenpolitik Holz, der Waldpolitik 2020, dem Bekenntnis zur Kaskadennutzung sowie mit dem Aktionsplan Holz.
  2. Vorleistungen der Wirtschaft sind zu berücksichtigen: Unternehmen, die schon früh unternehmerische Massnahmen im Sinn der Energie- und Klimapolitik getroffen haben, dürfen für ihr frühes Handeln nicht benachteiligt werden gegenüber solchen, die erst jetzt einsteigen.
  3. Die Versorgungssicherheit mit Strom ist sicherzustellen: Zur Branche der Rohholzverarbeiter gehören teilweise energieintensive Unternehmen. Sie nehmen eine Schlüsselstellung ein für das Funktionieren der Schweizer Waldwirtschaft.
  4. Die «black box» ökologische Steuerreform darf nicht zu einer Deindustrialisierung führen. Die in der TF WHE zusammengeschlossenen Rohholzverbraucher sind für die Bewirtschaftung der Schweizer Wälder systemrelevant. Die Waldbewirtschaftung wiederum gewährleistet unter anderem den Schutz vor Naturgefahren gegenüber Siedlungen, Strassen und Schienen.
  5. Die holzbasierte Produktion von Wärme, Fernwärme und Strom ist in der Energiestrategie 2050 – unter Berücksichtigung der Kaskadennutzung – stärker zu gewichten.

Die Mitglieder der TF WHE kaufen ihren Rohstoff im Schweizer Wald. Waldeigentümer und Förster tragen schon seit Generationen so viel Sorge, dass kaum weitere Verbesserungen der Biodiversität erzielt werden können. Zudem werden heute höchstens 65 Prozent der Waldfläche überhaupt bewirtschaftet. Und die Bewirtschaftung als solche steht nicht im Widerspruch zur Biodiversität. Die anhaltenden Begehrlichkeiten nach mehr Biodiversität im Wald gehen weit über das internationale Mass hinaus und sind in aller Deutlichkeit zurückzuweisen.

Die Rohholzverbraucher in der Schweiz benötigen bezüglich Versorgung keine weiteren Beschränkungen, sondern Wachstumsmöglichkeiten, um weiterhin verbrauchernah produzieren und über kurze Wege liefern zu können:

  • Die Hersteller von Schnittholz, Span- und Faserplatten liefern das wertvolle Baumaterial für den klimapolitisch günstigsten Holzbau.
  • Die Hersteller von Papier benötigen zur Ergänzung des hohen Altpapier-Recycling-Anteils genügend Frischfasern.
  • Die Hersteller von Pellets, Holz-Wärme und Holz-Strom benötigen genügend Rohstoff aller Sortimente, um den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieproduktion zu steigern.

Themen und Positionen auf www.taskforceholz.ch
Die Task Force Wald + Holz + Energie (TF WHE) vereinigt auf Verbands- und Unternehmensebene die Schweizer Rohstoffverbraucher aus dem Holz- und Energiesektor. Der TF WHE gehören die Verbände Holzindustrie Schweiz, Holzenergie Schweiz und Forstunternehmer Schweiz an sowie die Unternehmen AEK Energie AG, Axpo Holz + Energie AG, Despond SA, Holzwerk Lehmann AG, Kronospan Schweiz AG, Otto Lädrach AG, Papierfabrik Utzenstorf AG, Pavatex SA, Perlen Papier AG und Schilliger Holz AG.

Allen Mitgliedern der TF WHE gemeinsam ist die Abhängigkeit vom Schweizer Wald und von dessen Rohstoff-Verfügbarkeit.

Mit den Mitteln der Kommunikation setzt sich die TF WHE für eine bessere inländische Versorgung mit dem Rohstoff Holz, insbesondere mit Nadelholz, ein. Sie will:

  • die Rohstoffmobilisierung verbessern; 
  • die Nutzfunktion des Waldes stärken; 
  • Einfluss nehmen auf die aktuellen politischen Rahmenbedingungen, die einer nachhaltigen Nutzung des Schweizer Waldes zuwider laufen. 

Einen umfassenden Einblick in die Themengebiete Wald + Holz + Energie sowie in die gemeinsamen Positionen der Mitglieder der TF WHE finden sich auf www.taskforceholz.ch.

Auskunft:
Hansruedi Streiff, Geschäftsführer Task Force Wald + Holz + Energie, 079 667 12 53

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